Fünf verschiedene Paar Brautschuhe in Elfenbein, Weiß und Nude nebeneinander auf hellem Holzboden – flache Ballerinas, Blockabsatz, Pumps, offene Sandale, weißer Sneaker
Fünf verschiedene Paar Brautschuhe in Elfenbein, Weiß und Nude nebeneinander auf hellem Holzboden – flache Ballerinas, Blockabsatz, Pumps, offene Sandale, weißer Sneaker

Die Schuhe sind das Kleidungsstück, das am Hochzeitstag am längsten durchhalten muss. Ein Kleid oder ein Anzug wird getragen, ein Schuh wird belastet: zwölf bis sechzehn Stunden, davon viele im Stehen, dazwischen Wiese, Kies, Treppen, Parkett und am Abend eine Tanzfläche. Und weil die Schuhe im Regelfall zuletzt gekauft werden, bleibt für die Entscheidung meist wenig Zeit – und für das Einlaufen noch weniger.

Kurz beantwortet: Wähle Brautschuhe nicht nach dem Foto, sondern nach dem Untergrund und der Tagesdauer. Bleib bei einer Absatzhöhe, die du auch sonst trägst, und nimm im Zweifel einen breiten Block- oder Keilabsatz statt eines schmalen. Kauf zwei bis drei Monate vorher, lauf die Schuhe zu Hause in kurzen Etappen ein und leg für den Abend ein bequemes Zweitpaar bereit. Mit dieser Reihenfolge sind die meisten Fehler schon ausgeschlossen.

Die wichtigste Entscheidung: die Absatzhöhe

Alles andere lässt sich reparieren, die Absatzhöhe nicht. Sie bestimmt, wie lange du stehen kannst, wie sicher du auf unebenem Boden gehst und wie der Tag ab dem späten Nachmittag verläuft. Und sie ist der Punkt, an dem am meisten Wunschdenken im Spiel ist.

Welche Absatzhöhe ist bei Brautschuhen realistisch?

Die ehrliche Antwort: die Höhe, die du im Alltag ohne Nachdenken trägst. Wer sonst in Sneakern unterwegs ist, wird an einem Tag mit Zeremonie, Gratulation, Fotos, Menü und Feier nicht plötzlich zehn Zentimeter durchhalten – auch nicht mit Gelpolstern. Wer täglich Absatz trägt, kann höher gehen, sollte aber trotzdem nicht das höchste Paar im Schrank verdoppeln.

Wichtiger als die Zentimeter ist die Form des Absatzes. Ein Blockabsatz hat eine breite Aufstandsfläche, sinkt nicht ein und wackelt nicht – damit funktioniert er auf Wiese, Holzboden und Kies gleichermaßen und ist der unkomplizierteste Kompromiss zwischen Höhe und Standfestigkeit. Ein Keilabsatz geht noch einen Schritt weiter: Weil die Fläche vom Ballen bis zur Ferse durchgeht, verteilt sich das Gewicht am besten, was ihn zum sichersten Schuh auf weichem Naturboden macht. Der schmale Stilettoabsatz sieht auf Fotos am elegantesten aus und ist überall dort ein Problem, wo der Boden nicht fest und glatt ist.

Flache Schuhe sind keine Notlösung. Ballerinas, flache Slingbacks oder Loafer in Elfenbein sind bequem, sicher und für lange Tage die verlässlichste Wahl – vor allem bei kurzen Kleidern, Hosenanzügen und Zweiteilern, bei denen der Schuh ohnehin sichtbar bleibt und mitgestaltet. Der einzige echte Nachteil bei einem langen Kleid: Der Saum wird für flache Schuhe zu lang, wenn er für Absatz geändert wurde. Deshalb muss die Schuhentscheidung vor dem Änderungstermin stehen, nicht danach.

Und noch ein Punkt, der oft untergeht: die Tagesdauer. Zwei Stunden Standesamt mit anschließendem Essen sind eine andere Anforderung als eine Trauung um 13 Uhr mit Empfang, Fotoshooting, Menü und Tanz bis nachts. Rechne die Stunden im Stehen zusammen, bevor du die Höhe festlegst. Wenn diese Summe über vier Stunden liegt, wird jeder Zentimeter über sechs zur echten Belastung.

Untergrund und Location entscheiden mit

Der Boden am Hochzeitstag ist der ehrlichste Berater bei der Schuhwahl. Er lässt sich vorher prüfen, er ändert sich nicht und er verzeiht keine falsche Entscheidung. Der häufigste Fehler ist, dass Paare den Schuh für die Zeremonie kaufen und die Wege dazwischen vergessen.

Welche Brautschuhe passen zu welchem Untergrund?

Geh den Tag in Gedanken ab: Wo steigst du aus dem Auto? Wie lang ist der Weg zum Trauungsort? Wo stehst du beim Sektempfang? Wo wird fotografiert? Auf welchem Boden wird getanzt? In der Praxis kommen an einem einzigen Tag oft vier verschiedene Untergründe zusammen – und genau deshalb ist ein einziges Paar für alles selten die beste Lösung.

SchuhtypPasst zuVorsicht bei
Flacher Ballerina, flacher SlingbackWiese, Schotter, Sand, sehr lange StandzeitenKleidlänge – der Saum schleift, wenn er für Absatz gekürzt wurde
Blockabsatz, etwa 4–6 cmWiese, Holzboden, Kiesweg, Standesamt, Tanzflächetiefem, losem Schotter und Gitter- oder Rostböden
KeilabsatzRasen, weicher Naturboden, unebene Almwiesesehr formellem Look, Kopfsteinpflaster mit tiefen Fugen
Pumps mit schmalem Absatz ab 8 cmParkett, Teppich, Schlosssaal, Fotos im InnenraumWiese, Kies, Kopfsteinpflaster, Holzstege mit Fugen
Offene Sandale mit Fesselriemenwarmen Sommertagen, Terrasse, Abend und TanzflächeKälte, Tau am Morgen, Kiesweg, Brautstehlen und Spiele
Weißer SneakerAlmwiese, Waldweg, langen Fußwegen, Abendprogrammstreng formellen Zeremonien und klassischen Dresscodes
Espadrille oder Schuh mit FlechtsohleSand, Strandsetting, Weingut, warmen SommerhochzeitenNässe – die Sohle saugt sich voll und trocknet langsam

Wiese ist der Untergrund, der am meisten unterschätzt wird. Schmale Absätze sinken ein, und bei Tau oder nach Regen ist der Weg zur Trauungsinsel rutschig. Vormittags ist das Gras fast immer feucht, auch bei Sonnenschein. Wenn die Trauung im Freien stattfindet, brauchst du entweder eine breite Aufstandsfläche oder einen flachen Schuh – oder einen ausgelegten Weg, den die Location manchmal anbietet.

Schotter und Kies sind für hohe Absätze das Ende. Der Absatz bleibt stecken, kippt und beschädigt sich. Bei Locations mit Kiesauffahrt oder Kiesterrasse gilt: Entweder ein flacher oder Blockabsatz-Schuh für den Weg, oder ein Wechsel direkt vor der Zeremonie. Kopfsteinpflaster – typisch bei innerstädtischen Standesämtern und historischen Häusern – verhält sich ähnlich; hier sind die Fugen das Problem.

Holzböden in Almhütten und Scheunen sind meist unproblematisch, haben aber gelegentlich Fugen und Astlöcher, in denen schmale Absätze hängen bleiben. Sand verlangt flach oder barfuß, alles andere ist Kraftaufwand. Und die Tanzfläche ist eine Kategorie für sich: glatt, oft leicht klebrig von verschütteten Getränken, und du bewegst dich schnell. Dafür brauchst du Halt am Fuß, nicht Höhe.

Wenn deine Feier in den Bergen stattfindet, ist der Untergrund noch stärker Thema: Zufahrt, Almwiese und der letzte Weg zur Hütte entscheiden die Schuhwahl praktisch allein. Was in alpinem Gelände zusätzlich zu planen ist, steht in unserem Artikel zur Hochzeit in den Alpen, konkrete Häuser und ihre Zugänge findest du im Überblick zu Hochzeitslocations in Tirol. Bei einer Feier zwischen November und März kommen Schnee, Streusplitt und Glätte dazu – dazu mehr im Beitrag zur Winterhochzeit in Österreich. Und wer sich generell zwischen Berghütte und Festsaal entscheidet, findet die Unterschiede im Vergleich Alm oder Schloss.

„Kauf den Schuh für den Weg, nicht für das Foto. Der Untergrund am Hochzeitstag verzeiht keinen Absatz, der für Parkett gedacht war."

Material, Farbe und Passform

Erst wenn Absatz und Untergrund geklärt sind, wird die Auswahl zur Stilfrage. Und auch hier gibt es einige praktische Unterschiede, die man beim Anschauen im Geschäft nicht sofort sieht.

Elfenbein oder Weiß – und welches Material passt wozu?

Beim Material gilt grob: Leder gibt nach und passt sich dem Fuß an, ist atmungsaktiv und verträgt einen Regenschauer. Es ist damit die robusteste Wahl für einen langen Tag. Satin sieht am festlichsten aus, gibt aber kaum nach und ist heikel: Wassertropfen, Grasflecken und Kies hinterlassen sichtbare Spuren, die sich nur schwer entfernen lassen. Spitze und feine Gewebe sind leicht und luftig, halten den Fuß aber weniger stabil und reißen an Riemen und Schnallen schneller ein. Kunstleder ist preislich attraktiv und optisch oft nicht zu unterscheiden, gibt aber kaum nach – was bedeutet: Die Passform muss vom ersten Moment an stimmen, weil sich nichts mehr ausdehnt.

Bei der Farbe ist die häufigste Enttäuschung der Vergleich zu Hause. Reinweiß und Elfenbein sehen einzeln beide „weiß" aus, nebeneinander liegen sie sichtbar auseinander. Ein reinweißer Schuh neben einem elfenbeinfarbenen Stoff wirkt kalt und blass, ein elfenbeinfarbener Schuh neben Reinweiß wirkt vergilbt. Nimm deshalb eine Stoffprobe des Kleids mit zur Anprobe und vergleiche bei Tageslicht am Fenster, nicht unter Ladenbeleuchtung. Champagner und Nude sind die verzeihenden Töne – sie funktionieren zu fast allen hellen Stoffen und sind bei einem kurzen Kleid, einem Hosenanzug oder einer Farbe fast immer die unauffälligere Wahl als jedes Weiß. Ein bewusst farbiger oder metallischer Schuh ist eine legitime Entscheidung, sollte dann aber eine Farbe aus dem Rest des Outfits aufgreifen und nicht allein stehen.

Die Passform ist der Punkt, der über den Abend entscheidet. Ein Brautschuh soll am Ballen satt sitzen, ohne zu drücken, und die Ferse darf beim Gehen höchstens einen Millimeter mitgehen. Achte auf die Weite: Wer breite Füße hat, findet in schmal geschnittenen Modellen keine Lösung, egal wie groß die Nummer. Bei geschlossenen Modellen brauchen die Zehen Platz in der Länge und in der Höhe – spitze Formen verengen mehr, als sie aussehen. Ein Riemen um die Fessel oder ein Slingback-Band hält den Fuß deutlich besser als ein reiner Schlupfschuh, und das merkst du spätestens beim Tanzen.

Geschlossen oder offen hängt vor allem an Jahreszeit und Tagesablauf. Offene Modelle sind bei Wärme klar angenehmer, weil der Fuß Luft bekommt und weniger anschwillt – dafür brauchen sie gepflegte Zehen und schützen nicht. Bei einer Sommerhochzeit mit Hitze ist offen fast immer die bessere Entscheidung, bei kühlem Wetter, feuchter Wiese oder Programmpunkten wie dem Brautstehlen die schlechtere. Der Kompromiss, der am häufigsten funktioniert: eine offene Sandale mit Fesselriemen. Luftig, aber fixiert.

Nahaufnahme von Händen, die einen hellen Brautschuh mit Blockabsatz zuschnallen, im Hintergrund unscharf der Saum eines weißen Kleides
Nahaufnahme von Händen, die einen hellen Brautschuh mit Blockabsatz zuschnallen, im Hintergrund unscharf der Saum eines weißen Kleides

Einlaufen und Blasen vermeiden

Das ist der praktisch wichtigste Abschnitt dieses Artikels. Fast jede Geschichte über Schmerzen am Hochzeitstag geht auf denselben Fehler zurück: Der Schuh war neu, und die erste längere Strecke war die Strecke zum Traualtar.

Wie laufe ich Brautschuhe richtig ein?

Rechne mit zwei bis drei Wochen. Trag die Schuhe zu Hause auf Teppich oder einer Decke, anfangs zwanzig bis dreißig Minuten, und steigere die Dauer alle paar Tage. Wichtig ist, dass du dabei nicht nur stehst, sondern gehst, Treppen benutzt und dich hinsetzt und aufstehst – genau diese Bewegungen zeigen, wo der Schuh drückt. Trag dabei dieselben Socken oder Strümpfe wie am Hochzeitstag; feine Strumpfhosen verändern das Gleitverhalten im Schuh massiv, dünne Söckchen die Passform.

Lauf die Schuhe niemals draußen ein. Die Sohle wird stumpf und schmutzig, und viele Fotografinnen und Fotografen machen ein Detailbild der Schuhe – abgeschabte Sohlen sieht man darauf sofort. Wenn ein Modell aus Leder an einer Stelle drückt, kann eine Schuhmacherin es gezielt weiten; das ist deutlich verlässlicher als Hausmittel mit Föhn oder nassen Socken, die bei Satin und Spitze ohnehin Schaden anrichten.

Der zweite Teil der Blasenprävention ist Vorbeugen statt Reagieren. Kleb die kritischen Stellen ab, bevor etwas weh tut – Ferse, Ballenaußenseite, Kleinzehe. Beim Einlaufen merkst du, wo das ist. Sobald eine Blase entstanden ist, hilft nur mehr Schadensbegrenzung.

Ins Notfall-Set, das jemand aus der Hochzeitsgesellschaft den ganzen Tag bei sich trägt, gehören:

Blasenpflaster in zwei Größen (die dickeren Gelpflaster, nicht die dünnen Wundpflaster), Gel- oder Silikoneinlagen für den Ballen, Fersenhalter oder Fersenkissen gegen Rutschen, dünne Schaumstoffpolster für Riemen, ein Fußspray oder eine Anti-Reibungs-Creme, ein Paar dünne Ersatzstrümpfe, ein Feuchttuch zum Reinigen von Schuhrand und Sohle sowie doppelseitiges Schuhklebeband, falls ein Riemen verrutscht. Ein zweites Paar Einlagen lohnt sich, weil sich Gelpolster im Laufe des Tages verschieben.

Und ein Punkt, der nichts kostet: Zieh die Schuhe zwischendurch aus. Zehn Minuten während des Menüs, ein paar Minuten im Auto zwischen Trauung und Location. Die Füße schwellen über den Tag messbar an – wer sie zwei- oder dreimal entlastet, hält abends deutlich länger durch.

Zweitpaar für den Abend

Ein zweites Paar ist die einfachste Versicherung des ganzen Outfits – und sie kostet weniger, als viele denken, weil das Zweitpaar nicht schön sein muss, sondern bequem.

Lohnt sich ein zweites Paar Brautschuhe?

Es lohnt sich fast immer, wenn eine dieser Bedingungen zutrifft: Der Tag dauert länger als zehn Stunden, du trägst zur Zeremonie Absatz, es wird auf Wiese oder Kies gefeiert, es gibt eine Tanzfläche, oder du weißt aus Erfahrung, dass deine Füße abends anschwellen. Bei einer kurzen standesamtlichen Trauung mit Essen im Anschluss – wie sie beim Standesamt Wien üblich ist – kann ein Paar völlig genügen.

Als Zweitpaar funktionieren flache Ballerinas am unauffälligsten: Sie verschwinden unter einem langen Kleid vollständig und lassen sich in jede Tasche stecken. Weiße oder helle Sneaker sind der offensichtlichere, aber auch bequemere Weg und bei Feiern auf der Alm oder im Freien mittlerweile völlig etabliert – sie funktionieren gut, wenn sie sichtbar als Teil des Looks gedacht sind und nicht wie eine Kapitulation wirken. Wer kurz oder Hosenanzug trägt, sollte das Zweitpaar bewusst wählen, weil es zu sehen ist. Klapp- oder Rollballerinas sind praktisch, haben aber eine sehr dünne Sohle und sind auf Kies unangenehm; als reine Tanzschuhe auf Parkett gehen sie in Ordnung.

Unauffällig löst man den Wechsel so: Das Zweitpaar liegt in einer Tasche im Nebenraum oder bei der Trauzeugin, nicht im Auto am Parkplatz. Der beste Moment ist nach dem Hauptteil des Programms – nach Menü, Eröffnungstanz und den offiziellen Fotos, also meist zwischen 21 und 22 Uhr. Wenn im Zeitplan ein Umziehen vorgesehen ist, hängt man den Schuhwechsel einfach daran. Nur den Absatzunterschied nicht unterschätzen: Wenn das lange Kleid für sechs Zentimeter gekürzt wurde, schleift der Saum in flachen Schuhen. Deshalb entweder ein Zweitpaar mit ähnlicher Höhe wählen, den Saum leicht raffen oder von vornherein beim Änderungstermin einen Kompromiss zwischen beiden Höhen ansetzen lassen.

Weiße Sneaker neben eleganten Brautschuhen mit Absatz auf einer Almwiese im späten Nachmittagslicht
Weiße Sneaker neben eleganten Brautschuhen mit Absatz auf einer Almwiese im späten Nachmittagslicht

Brautschuhe kaufen: Zeitpunkt, Preisspanne und Anprobe

Der Kauf ist der Teil, bei dem sich mit ein wenig Planung am meisten Ärger vermeiden lässt – vor allem, weil Umtausch und Nachbestellung Zeit brauchen, die kurz vor der Hochzeit nicht mehr da ist.

Wann und worauf soll ich beim Kauf achten?

Der richtige Zeitpunkt liegt zwei bis drei Monate vor der Hochzeit und in jedem Fall nach der ersten Kleidanprobe. Früher ist riskant, weil Schnitt und Länge noch nicht fix sind; später bleibt keine Zeit fürs Einlaufen und keine Reserve, wenn das Modell in deiner Größe nachbestellt werden muss. Wenn eine Änderungsschneiderin den Saum kürzt, musst du die fertigen Schuhe zum Termin mitbringen – das ist der eigentliche Grund für diese Reihenfolge.

Zur Preisspanne, ausdrücklich als Richtwert: Solide Brautschuhe bewegen sich etwa zwischen 60 und 300 Euro, wobei du im Bereich um 100 bis 180 Euro in der Regel schon Leder, ordentliche Verarbeitung und ein brauchbares Fußbett bekommst. Darüber zahlst du überwiegend für Design und Namen. Ein bequemes Zweitpaar liegt oft unter 100 Euro. Diese Zahlen schwanken nach Modell, Material und Jahreszeit und sind keine Preisliste, sondern eine Orientierung dafür, ob ein Angebot im normalen Rahmen liegt.

Beim Thema Marken lohnt es sich, nicht auf Namen, sondern auf vier Merkmale zu schauen, die du im Geschäft selbst prüfen kannst. Erstens die Verarbeitung: Sind die Kanten sauber verklebt, stehen keine Klebstoffreste hervor, sitzen die Nähte gerade? Zweitens das Innenfutter: Fahr mit der Hand hinein – aufliegende Nähte, harte Kanten oder rauer Stoff an der Ferse werden nach zwei Stunden zum Problem. Drittens die Sohle: Sie soll sich biegen lassen, darf nicht spiegelglatt sein und sollte am Ballen etwas dämpfen. Viertens das Fußbett: Ein herausnehmbares Fußbett ist ein echtes Qualitätsmerkmal, weil du eine eigene Einlage einlegen und den Schuh damit an deinen Fuß anpassen kannst. Zusätzlich: Halt den Schuh an Absatz und Spitze und dreh leicht – ein guter Schuh lässt sich kaum verwinden.

Für die Anprobe selbst haben sich drei Regeln bewährt. Geh am späten Nachmittag oder abends, weil die Füße dann leicht geschwollen sind – ungefähr so wie am Hochzeitstag ab 18 Uhr. Ein Schuh, der morgens perfekt passt, ist abends oft zu eng. Nimm das Kleid oder Outfit mit, oder mindestens eine Stoffprobe und ein Foto: Farbe und Länge lassen sich sonst nicht beurteilen. Und probier beide Füße an, geh mehrere Minuten im Geschäft, auch auf hartem Boden, und bleib dann eine Minute einfach stehen – Stehen zeigt Druckstellen, die beim Gehen nicht auffallen.

Beim Online-Kauf gilt: Zwei Größen und im Zweifel zwei Weiten kommen lassen, im Zimmer auf Teppich anprobieren und die Sohle sauber halten, damit ein Rückversand möglich bleibt. Und plane die Bestellung so, dass eine Rücksendung und eine Nachbestellung noch vor dem Einlauf-Zeitraum abgeschlossen sind.

Checkliste: Brautschuhe in der richtigen Reihenfolge

  • Untergründe des Tages notieren – Auffahrt, Weg zur Trauung, Empfang, Fotos, Tanzfläche
  • Stunden im Stehen zusammenrechnen und die Absatzhöhe daran ausrichten, nicht am Wunschbild
  • Absatzform vor Absatzhöhe entscheiden: Block oder Keil bei Naturboden, schmal nur auf festem Grund
  • Zwei bis drei Monate vorher kaufen, nachmittags anprobieren, Stoffprobe und Outfit mitnehmen
  • Qualität selbst prüfen: Kanten, Innenfutter, Sohlenflexibilität, herausnehmbares Fußbett
  • Zwei bis drei Wochen einlaufen – nur drinnen, mit den Strümpfen des Hochzeitstags
  • Notfall-Set zusammenstellen und einer Person aus der Gesellschaft übergeben
  • Zweitpaar besorgen, im Nebenraum deponieren und den Wechselzeitpunkt in den Ablaufplan schreiben

Fazit: Der perfekte Brautschuh ist der, den du abends noch trägst

Brautschuhe sind eine praktische Entscheidung, die sich als Stilfrage tarnt. Wer beim Untergrund und bei der Tagesdauer anfängt und erst danach über Material, Farbe und Modell nachdenkt, landet fast automatisch bei einem Schuh, der funktioniert. Alles andere – rechtzeitig kaufen, sauber einlaufen, Notfall-Set, Zweitpaar – ist Handwerk, kostet wenig Zeit und macht am Hochzeitstag den größten Unterschied.

Welcher Schuh zu deinem Tag passt, hängt am Ende stark an der Location. Häuser in ganz Österreich, samt Auffahrt, Terrasse und Tanzfläche, findest du in unserer Location-Übersicht. Und wenn du bei Kleid, Änderungsschneiderei, Styling oder Fotos noch Ansprechpartner suchst, hilft das Dienstleister-Verzeichnis mit Betrieben aus allen Bundesländern weiter. Frag bei der Besichtigung ruhig direkt nach dem Boden – die Antwort spart dir später eine Fehlentscheidung.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Absatzhöhe ist bei Brautschuhen sinnvoll?

Die sinnvolle Höhe ist die, die du im Alltag ohne Nachdenken trägst – für die meisten liegt das zwischen flach und etwa sechs Zentimetern. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern die Absatzform: Ein breiter Block- oder Keilabsatz verteilt das Gewicht und steht auch auf Wiese und Kies. Ein schmaler Absatz funktioniert nur auf festem, glattem Boden.

Sollen Brautschuhe weiß oder elfenbein sein?

Richte dich nach dem Kleid, nicht nach der Regel. Reinweiße Schuhe wirken neben einem elfenbeinfarbenen Stoff schnell kalt und blass, umgekehrt sieht Elfenbein neben Reinweiß vergilbt aus. Nimm eine Stoffprobe mit zur Anprobe und vergleiche bei Tageslicht. Bei kurzem Kleid, Hosenanzug oder Farbe ist Nude oft die unauffälligere Wahl als jedes Weiß.

Wie laufe ich Brautschuhe ein, ohne Blasen zu bekommen?

Plane zwei bis drei Wochen ein und trag die Schuhe zu Hause auf Teppich, jeweils zwanzig bis dreißig Minuten, mit den Socken oder Strümpfen des Hochzeitstags. Steigere langsam und geh dabei auch Treppen. Reibungsstellen klebst du vorbeugend mit Blasenpflaster ab, bevor etwas weh tut – nicht erst danach. Draußen einlaufen macht die Sohle unbrauchbar für Fotos.

Wann soll ich Brautschuhe kaufen?

Am besten zwei bis drei Monate vor der Hochzeit, jedenfalls nach der ersten Kleidanprobe. Früher ist riskant, weil sich die Kleidlänge noch ändert; später bleibt zu wenig Zeit zum Einlaufen und für Umtausch oder Nachbestellung. Wenn eine Änderungsschneiderin den Saum kürzt, brauchst du die fertigen Schuhe ohnehin zum Termin.

Was kosten Brautschuhe und woran erkenne ich Qualität?

Als Richtwert reicht die Spanne von rund 60 bis 300 Euro, darüber wird es Designerpreis. Qualität erkennst du unabhängig vom Preis an sauber verklebten Kanten, einem glatten Innenfutter ohne aufliegende Nähte, einer flexiblen, nicht rutschigen Sohle und einem Absatz, der sich nicht verdrehen lässt. Ein herausnehmbares Fußbett ist ein großes Plus.

Sind offene Brautschuhe eine gute Idee?

Offene Modelle sind bei Wärme angenehm, weil der Fuß Luft bekommt und weniger anschwillt. Sie brauchen aber gepflegte Zehen, halten den Fuß schlechter und sind bei Tau, Kälte oder Kiesweg im Nachteil. Eine offene Sandale mit Fesselriemen ist der beste Kompromiss: luftig, aber fixiert. Für Herbst und Winter bleibt geschlossen die vernünftigere Wahl.

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